Christ:innen hätten mich fast umgebracht
Das ist kein Scherz, kein Clickbait, keine Übertreibung.
Nein, das ist – war – mein Leben.
Vor 4,5 Jahren hätte die Gewalt, die mir von Christ:innen angetan wurde, fast in meinem Tod geendet.
Und nein, es muss nicht immer eine Waffe oder physische G3walt sein, die zum Tod führt. Oft ist es psychische Gewalt, die Menschen umbringt. Oder wie in meinem Fall: geistlicher Missbrauch, der mich fast mein wunderbares Leben gekostet hätte, dass ich damals aber nicht mehr als lebenswert sehen konnte.
Weil Menschen mir im Namen Gottes, der für mich damals höchste Autorität hatte, vermittelten, dass ich falsch war, wie ich bin. Dass mein Glaube und ich nichts mehr wert seien für die Gemeinschaft der „wahren Gläubigen“. Dass ich und meine Fragen & Zweifel am christlich-fundamentalistischen System sogar gefährlich seien für die Menschen meiner Gemeinschaft. Dass ich nicht mehr willkommen war.
(Vielleicht war ich es niemals?)
Dass ich heutzutage noch lebe, verdanke ich nicht euch.
Nicht weil eure Gewalt auf einmal geendet hätte. Nicht weil ihr euch auf einmal besonnen und „christlich“ verhalten hättet.
Sondern, weil ich mich selbst gerettet habe.
Kein christlicher Mensch, kein Gott, kein Gebet oder Bibelvers. Ich habe mich selbst gerettet. Und ich bin dankbar, dass mir Menschen außerhalb des Systems zur Seite standen, um mir Kraft für die Selbstrettung – Hilfe zur Selbsthilfe – zu schenken.
Denn ihr tatet es nicht. Ihr hättet mich fast umgebracht. Und es ist euch scheißegal, obwohl ihr meine Familie wart. Denn ich habe bis heute keine Entschuldigung erhalten.
Von dem Ältesten – einem leitenden Pastor meiner Freikirche –, von dem der geistliche Missbrauch hauptsächlich ausging.
Von den anderen Ältesten aus dem Leitungsgremium der Freikirche, die ihn nicht aufhielten.
Von meinem christlichen Chef, durch den Druck auf mich ausgeübt wurde.
Von meinen „Freund:innen“, die mehr auf der Seite des Täters – des Ältesten – standen statt auf meiner.
Von Personen aus der Freikirche, die mir online (anonym aber auch mit Klarnamen) Hasskommentare hinterließen oder auf Profilen von radikalen Christfluencer:innen über mich lästerten.
Ich rechne nicht mehr mit einer Entschuldigung, weil ich erkannt habe, dass eure Christlichkeit sehr viel Farce ist.
Deswegen mache ich dennoch weiter.
Ich lebe.
Und ich genieße jeden Atemzug.
Und ich werde mit jedem meiner Atemzüge davon zeugen, dass Menschen anderen Menschen im Namen Gottes Gewalt antun und sie teils sogar in den Tod treiben, um das System zu schützen.









Liebe Daniela, das was du fühlst tut mir wirklich leid
mir wurde auch wirklich HEFTIGE DINGE von sogenannten „Christen“ angetan und das hätte fast meinen Glauben zerstört und mich umgebracht
Ich kann das daher sehr gut nachvollziehen was du fühlst
vergiss nicht dass du niemals alleine bist und dass du Menschen hast, die dich lieben und hinter dir stehen
Alles Gute
Lukas
Liebe Daniela, das ist wirklich sehr krass was du da erleben musstest.
Ich flog 1990 aus so einer Gemeinde.
Heute sehe ich es als Rettung von Gott.
Niemand hat je nochmals nach mir gefragt. Jesus blieb da.
Lange wusste ich es nicht wirklich, damals war für mich irgendwie Gott und Gemeinde ein Bündel.
Ist es nicht.
Er hat mich nach 33 Jahren wieder erreicht. Mehr denn je.
Er liebt bedingungslos. Er hat sich gezeigt , hat mich von schweren Depressionen geheilt und mich von meinen Süchten befreit.
Jetzt ist er mein bester Freund geworden.
Sei getrost und unverzagt !
Herzliche Grüße
Susanne